Beratungsstelle des Antidiskriminierung Mittelhessen e.V. (Arbeitsweise und Bericht 2025)

Die Antidiskriminierungsberatungsstelle Mittelhessen ist eine unabhängige und kostenfreie Anlaufstelle für Menschen, die Diskriminierung erfahren haben oder davon bedroht sind. Getragen wird sie vom zivilgesellschaftlichen Verein Antidiskriminierung Mittelhessen e. V., der sich seit 2019 für den Abbau von Diskriminierung und für eine vielfältige, solidarische Gesellschaft in der Region engagiert.

Wir beraten und begleiten Menschen aus den Landkreisen Gießen und Marburg-Biedenkopf sowie aus den Städten Gießen und Marburg. Unser Angebot richtet sich an alle Betroffenen – unabhängig davon, ob Diskriminierung zum Beispiel aufgrund von rassistischen Zuschreibungen, Religion oder Weltanschauung, Geschlecht, Behinderung, Alter, sexueller Identität, sozialem Status oder anderen Merkmalen erlebt wurde. Dabei arbeiten wir mit einem horizontalen Ansatz, der unterschiedliche Diskriminierungserfahrungen gleichwertig berücksichtigt.

Die Beratung erfolgt vertraulich, parteilich und auf Wunsch anonym. Unser Ziel ist es, Menschen in belastenden Situationen zu stärken, ihre Erfahrungen ernst zu nehmen und sie dabei zu unterstützen, Handlungsmöglichkeiten zu entwickeln. Gemeinsam besprechen wir, welche Schritte sinnvoll sind – von der Einordnung der Diskriminierung über das Verfassen von Beschwerden bis hin zur Vermittlung an juristische oder spezialisierte Fachstellen.

Die Antidiskriminierungsberatung ist niedrigschwellig gestaltet und kann persönlich, telefonisch oder digital stattfinden. 

Wenn Sie Diskriminierung erlebt haben oder unsicher sind, ob es sich um Diskriminierung handelt: Melden Sie sich gerne bei uns. Sie müssen damit nicht allein bleiben.

Kontaktmöglichkeiten

Fareeha Ahmed (Pronomen: sie/ihr)

Mail: beratung@antidiskriminierung-mittelhessen.de

Mobil: 0157 52 98 44 32

Telefonische Sprechstunde

Montag von 10 bis 12 Uhr

Dienstag von 12 bis 14 Uhr

Instagram

ad.mittelhessen 

Idealtypischer Beratungsverlauf

Die Beschreibung des idealtypischen Beratungsverlaufes dient der Veranschaulichung unserer Arbeitsweise und soll einen transparenten Einblick in den Ablauf einer Antidiskriminierungsberatung geben.

Jeder Beratungsprozess orientiert sich an den individuellen Anliegen und Bedürfnissen der ratsuchenden Person. Der dargestellte Verlauf bildet daher kein starres Schema ab, sondern zeigt typische Schritte, die je nach Situation angepasst, verkürzt oder erweitert werden können.

  • Erste Kontaktaufnahme
  • Vereinbarung eines Beratungstermins
  • Erstes Beratungsgespräch
  • Erarbeitung von Handlungsstrategien
  • Vorstellung geeigneter Interventionsmöglichkeiten
  • Entscheidung und weitere Begleitung
  • Abschluss und Dokumentation

Fallzahlen

Da die Beratungsstelle erst ab dem 16. März 2025 wieder besetzt war, beziehen sich die dargestellten Zahlen auf einen verkürzten Berichtszeitraum. Im Zeitraum von März bis Dezember 2025 wurden 68 Diskriminierungsmeldungen registriert. Die nachfolgenden statistischen Auswertungen geben einen Überblick über die Beratungsarbeit der Beratungsstelle von Antidiskriminierung Mittelhessen e.V. 

Diskriminierungsmeldungen: regionale Verteilung

  • Stadt und Landkreis Gießen: 20 Fälle
  • Stadt und Landkreis Marburg(-Biedenkopf): 31 Fälle
  • Hessen: 12 Fälle
  • keine Zuordnung: 5 Fälle

Diskriminierungsdimensionen

  • Altersdiskriminierung: 4 Fälle
  • Ableismus: 11 Fälle
  • Sonstiges (bspw. Ethnische Herkunft): 6 Fälle
  • Antimuslimischer Rassismus: 21 Fälle
  • Anti-Schwartzer Rassismus: 5 Fälle
  • Sexismus: 13 Fälle
  • Queerfeindlichkeit: 4 Fälle

Diskriminierungserfahrung nach Lebensbereich

  • Wohnen: 3 Fälle
  • Arbeiten: 16 Fälle
  • ÖPNV: 2 Fälle
  • Einzelhandel: 2 Fälle
  • Bildung: 8 Fälle
  • Kultur: 4 Fälle
  • Gesundheitswesen: 5 Fälle
  • Internet: 1 Fall
  • Verwaltung/Behörden/Polizei: 12 Fälle
  • Alltag (Sonstige): 9 Fälle
  • keine Zuordnung: 8 Fälle